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Kategorie-Archiv: Fußball Österreich

Besessene haben keine Wahl

Kürzlich habe ich meiner besseren Hälfte empfohlen, das fantastische Buch „Fever Pitch“ von Nick Hornby zu lesen. Aus mir sprach die Überzeugung, dass ihr dieser literarisch begnadete Engländer meine Fußballleidenschaft näher bringen könnte.

Denn wenn man mit jemandem zusammen ist, den Fußball nicht begeistert, steht man immer wieder vor Erklärungsnöten: warum man diese oder jene Strapaze auf sich nimmt; warum man, im Gegensatz zu Karl-Markus Gauß, schon in Unken war, da die Austria dort in der Saison 2006/07 gespielt hat; oder warum man während der Hochzeitsplanungen euphorisch jubelt, weil gleichzeitig der Liveticker ein Tor der Austria vermeldet. All dies ist für Fußballfans leicht zu verstehen… Beim Rest der Welt erntet man Kopfschütteln.

Nun ja, ich dachte mir, Nick Hornby kann mir da helfen. Und ich muss sagen, es hat geholfen – zwar nicht wie erhofft, aber trotzdem. Bereits auf Seite zwei steht der folgenschwere Satz: „Besessene haben keine Wahl.“ Damit ist eigentlich alles gesagt. Wann immer wir über Fußball diskutieren, irgendwann fällt dieser Satz.

Heute ist wieder so ein Tag, an dem Besessene keine Wahl haben. Der Tag der Lizenzentscheidung in Österreich. Nervös wie ein 7-Jähriger am Heiligen Abend versuche ich, die Zeit bis zur Entscheidung zu überstehen. Ich weiß nicht, ob es gut ist; ich weiß nicht, wie es wäre, wenn diese Leidenschaft keinen Platz in meinem Leben hätte. Es ist mir aber auch egal, schließlich haben Besessene keine Wahl.

Stefan Weger, kommen Sie doch einfach mal vorbei

Hallo Stefan Weger,

vor einigen Tagen haben Sie in einem Gespräch mit ihrem Kollegen Christoph König von der Sportwoche ausführlich über die Zuseher beim FC Salzburg aber auch bei der Salzburger Austria gesprochen.

Ihre Aussagen über die Zuseher des FC Salzburg lasse ich unkommentiert, dies sollen Leute beurteilen, die auch dort ins Stadion gehen.

Im Rahmen dieses Interviews haben Sie jedoch ein Vorurteil aufgegriffen, das endlich widerlegt werden muss: Wenn Sie meiner Einladung folgen, werden Sie feststellen, dass sich bei der Salzburg Austria zahlreiche Familien mit ihren Kindern die Spiele ansehen. Rund um die Sitzplatztribüne werden Sie eine Vielzahl an Kindern sehen, die vergnügt umhertollen oder Fußballspielen. Selbst Kleinkinder, die im Kinderwagen mitgebracht werden, fühlen sich bei uns pudelwohl. Die größte Gefahr für Kinder auf unserem Fußballplatz sind Bälle, die sich vom Spielfeld auf die Zuschauerränge verirren, denn -und dies wird Sie vielleicht auch überraschen – ein Zaun findet sich dort ebenfalls nicht.

Ich lade Sie also herzlich ein, kommen Sie bei uns vorbei. Denn vor Ort lässt sich in der Regel ein besseres Bild machen.

Schöne Grüße
Volker Rechberger

Infrastrukturfonds für die Bundesliga

Rund um den Abschied von Georg Pangl gab es viele Diskussionen um mögliche Hintergründe, aber auch um die Verdienste und Versäumnisse der Ära Pangl. Einer der Hauptkritikpunkte ist die leidige und schier endlose Debatte um die Infrastruktur in den Stadien. Am Thema Rasenheizung und anderen infrastrukturellen Maßnahmen scheiden sich bekanntlich die Geister. Die großen, reichen Vereine auf der einen Seite, die ewig Klammen und die Dorfklubs auf der anderen Seite.

Stets geht es ums Geld: die einen können sich den Betrieb nicht leisten, die anderen haben kein Geld für die Installation… Die Gründe und Entschuldigungen sind vielfältig. Eines ist aber wohl allen klar: Will man in Österreich in den Monaten November bis April Fußballspiele sehen, wird man Geld und Ressourcen in die Qualität der Spielfelder investieren müssen. Wenn der Bundesliga, dem ÖFB und den Vereinen diese Investition in einen zweifellos besseren Fußball wichtig ist, dann muss auch endlich etwas dafür getan werden.

Zwei Optionen halte ich für sinnvoll. Erstens: die Bundesliga schreibt einen Mindestbetrag für die Rasenpflege in die Lizenzkriterien für die 1. Liga und überprüft laufend Qualität und Pflege der Spielfelder. Neben der tatsächlichen Wirkung, welche eine solche Maßnahme hätte, wäre es in jedem Fall auch eine symbolische Wirkung, die gesetzt würde.

Der zweite Punkt betrifft die Infrastruktur in den Stadien im Allgemeinen. Hier sollte man dringend einen Topf schaffen, der aus den Fernsehgeldern gespeist wird. Von den gesamten Fernsehgeldern sollten 1,5 Millionen Euro (da ich die genauen Verträge nicht kenne, schätze ich den Bedarf einfach mal) zurückbehalten werden und den jeweiligen Aufsteigern in die 1. Liga aber auch in die 2. Liga zur Verfügung gestellt werden, sofern diese Bedarf an einer besseren Infrastruktur haben. Für den Aufsteiger in die Bundesliga würde ich 1 Million vorschlagen und diese an die Installation einer Rasenheizung binden, das übrige Geld kann jeder dieser Vereine nach eigenem Ermessen verbauen. Die restlichen 500.000 € würde ich den Aufsteigern aus der Regionalliga zur Verfügung stellen.

Sollten Vereine betroffen sein, die keinen unmittelbaren Bedarf haben – ich denke hier an die Stadien in Linz oder Pasching – könnte man das Geld gemäß eines Kriterienkataloges an andere Vereine weitergeben. Es täte allen Beteiligten gut, wenn die Vereine mehr zu bieten hätten als die Mindestanforderungen.

Diese 1,5 Millionen fehlen in Summe den 20 Vereinen überhaupt nicht. Für die betroffenen Vereine sind solche Summen aber genau jene Meilensteine, die oftmals wirklich weiterhelfen würden. In wenigen Jahren hätte man die Infrastruktur der Stadien an vielen Standorten deutlich verbessert.

Bessere Infrastruktur, sowohl auf als auch abseits des Spielfeldes, führt mittelfristig immer zu mehr Zusehern, mehr Zuseher bedeuten mehr Einnahmen und mittelfristig wieder einen höheren Stellenwert und öffentliches Interesse. Das derzeitige Herumgewurschtelt führt jedoch zum Gegenteil – die Zuseherstatistik belegt dies eindeutig.

Die Reifeprüfung in Wattens

Zweiter gegen Erster, Tirol gegen Salzburg, WSG Wattens – SV Austria Salzburg am 19. Oktober 2013; Ein Spiel, auf das die gesamte Regionalliga West geblickt hat. Es sollte das Schlagerspiel im Herbst werden. Die einzigen beiden Mannschaften, die ernsthaft als Titelaspiranten und Aufstiegskandidaten gelten, trafen das erste Mal in dieser Saison aufeinander. Und die Ausgangslage war höchst brisant. In der Runde zuvor hatte die Salzburger Austria erstmals kein Tor geschossen und musste sich mit einem 0:0 zu Hause gegen Altach begnügen, damit konnten die Tiroler den Rückstand auf 3 Punkte verkürzen und witterten wieder Morgenluft, schließlich fehlten den Violetten mit Perlak und Mayer zwei absolute Leistungsträger.

Miro Polak ließ die Mannschaft wieder im –mittlerweile perfekt eingespielten – 3-5-2 auflaufen. Fabio Strauss rückte wieder in die zentrale Position der Abwehrreihe, und Reifeltshammer auf die Sechs nach vorne. Raphi Reifeltshammer präsentierte sich in den letzten Spielen zentral in der Kette nicht immer sattelfest und etwas umständlich im Spielaufbau. Auf der Position des Sechsers kommen diese Mängel nicht so zu tragen, dafür seine Stärken wie das Kopfballspiel, das Zweikampfverhalten und ein gutes Auge für den gegnerischen Spielaufbau, wesentlich besser.

Nachdem sich Fabio Strauss nach einer unglücklichen Aktion abermals verletzte, wechselte Polak nicht nur mutig sondern auch absolut richtig. Während wohl alle anwesenden Fußballexperten mit dem logischen Wechsel Reifeltshammer in die Abwehr, neuer Sechser rein rechneten, stellte er Sommer von der linken Außenbahn als Libero auf und wechselte Huspek als linken Außenverteidiger ein. Am Spiel unserseits sollte sich wenig ändern. In der Mitte der Abwehrreihe spielte Sommer den so wichtigen Part eines spielstarken Liberos, Reifeltshammer und Öttl (der etwas vor Reifeltshammer agierte) störten den Tiroler Spielaufbau. Die Überlegenheit im Mittelfeld sollte das Spiel prägen. Und das war wohl der Plan von Miro Polak, der voll aufging.

Die Tiroler verfügen eigentlich über gute Offensivreihen, gerade ein Spieler wie Simon Zangerl ist immer für ein Tor gut. Die wohl wichtigste Rolle spielt aber Sascha Wörgetter, der 20jährige ist Denker und Lenker im Mittelfeld. Dank der Leistung von Öttl und Reifeltshammer fand aber gerade er überhaupt nicht ins Spiel und musste im Spielaufbau teilweise auf Höhe der eigenen Abwehrreihe agieren, um überhaupt an Bälle zu kommen. Das Spiel der Tiroler funktioniert unter anderem deshalb überhaupt nicht.

Damit waren die Kräfteverhältnisse eigentlich klar verteilt, die Austria mit wesentlich mehr Spielanteilen kontrollierte Ball und Gegner. Da man aber auf Grund des Fehlens von Mayer und Perlak über weite Teile des Spiels nicht in der Lage war Chancen zu kreieren, wurde das Spiel zu einer Geduldsprobe. Kurz vor der Pause wurde diese Geduld dann auch belohnt, Öttl agiert energisch beim gegnerischen Spielaufbau und gewinnt den Ball weit in der gegnerischen Hälfte, eine kluge Flanke auf den freien Katnik und dieser erlöst Mannschaft, Trainer und die zahlreichen Fans mit einem 1:0.

Das Spiel sollte sich in der zweiten Halbzeit wenig ändern. Die Tiroler waren nie in der Lage die Austria zu gefährden, das 2:0 eigentlich nur eine Frage der Zeit. Mihael Rajic belohnte sich nach einer Ecke für die abermals starke Leistung. Eine kurz gespielte Ecke mit Raimund Friedl, den Gegner vernascht und ein satter Schuss durch das Getümmel im Strafraum ins kurze Eck. Michi Perlak hatte vor zwei Wochen gegen Seekirchen mit der selben Variante Erfolg. Mit dem 2:0 im Rücken spielte die Austria solide weiter, hätte Marko Vujic auf 3:0 gestellt, wir hätten wohl alle die beste Parade versäumt, die viele von uns je live gesehen haben.

In den Schlussminuten probierten die Tiroler noch einmal alles und konnten sich dann doch noch in der gegnerischen Hälfte festsetzen. Flanke von rechts zentral vors Tor, Stefan Ebner spekuliert auf den Ball ins lange Eck und fliegt bereits los, der Tiroler köpft jedoch zentral aufs Tor (ein Ball, den Ebner sonst sicher gehalten hätte), Ebner reagiert noch im Flug, hebt das linke Bein an und kann damit den Ball parieren. „What a save“ würden wohl englische Kommentatoren ins Mikro brüllen.

Und wie unser Stadionsprecher immer so schön sagt: „Aus, Ende, vorbei“, die Austria gewinnt in Wattens 2:0, 6 Punkte Vorsprung, das deutlich bessere Torverhältnis und wohl ein ganz wichtiger Sieg auf dem Weg zurück in die zweite Liga.

Die sportliche Reifeprüfung wurde damit bestanden, wenn nun die Reifeprüfung des gesamten Vereins, sprich Lizenz für die Spielzeit 2014/15, abgelegt wird, „werden all unsere Träume in Erfüllung gehen…

Reform des UEFA-Team-Koeffizienten

Vorne weg: Eintracht Frankfurt ist mir ziemlich egal, ich habe nichts gegen die, zumindest nichts Wirkungsvolles. Ich nehme dieses Beispiel, weil es mir als Österreicher einfach aufgefallen ist.

Eintracht Frankfurt ist in die Europa League mit einem Team-Koeffizienten von 15,922 gestartet, dieser ist höher als der Koeffizent von u.a. Feyenoord (13,945), Maccabi Haifa (13,575) oder auch Rapid Wien (13,075).

Eintracht Frankfurt war das letzte Mal in der Saison 2006/07 international vertreten, für die 5-Jahres-Wertung etwas lange. Nun bekommen aber alle Vereine eines Landes 20 % der Punkte, die ein Land gesammelt hat, und zwar unabhängig davon, ob sie international vertreten waren oder nicht. Für Vereine wie Eintracht Frankfurt reichen diese Punkte, um als gesetzte Mannschaft in die Qualifikation zu gehen und in der Gruppenphase aus Topf 3 zu starten. Rapid Wien hat das Kunststück vollbracht, drei Mal als ungesetzter Verein in die Gruppenphase zu kommen, und steht im Wesentlichen gleich da wie ein Verein, der mehr als 5 Jahre überhaupt nicht mehr in Europa vertreten war.

Diese Ungerechtigkeit wäre leicht aufzuheben. Vereine bekommen die „Länder-Punkte“ nur mehr, wenn sie im jeweiligen Jahr auch international vertreten sind. Für Vereine wie Eintracht Frankfurt würde dies bedeuten, ungesetzt durch die Qualifikation zu müssen, aber ganz ehrlich -was wäre ungerecht daran?

Nicht nur Geld schießt Tore

Austria Wien hat die Champions League erreicht. Als Frank Stronach sich vor Jahren bei der Wiener Austria engagierte, hatten viele mit dieser Schlagzeile gerechnet. Der Milliardär galt als der erhoffte Heilsbringer, gekommen ist es anders. Geprägt war die Austria unter Frank Stronach vor allem durch Chaos in der Personalpolitik und mangelhaffte Konzepte – wer dabei an das Team Stronach, sein aktuelles Spielzeug denkt, liegt wohl auch nicht ganz falsch.

Geschafft hat es die Austria nun doch, und zwar auf einem ganz anderen Weg, nämlich dem der soliden Arbeit und nicht irgendwelcher sinnloser Millionen. Entgegen der allgemeinen österreichischen Art wurde ohne große Effekthascherei der Verein neu aufgestellt. Seriosität und Geduld scheinen das neue Credo zu sein. Markus Kraetschmer und Thomas Parits erledigen ihre Hausaufgaben gründlich, anders ist der Höhenflug mit Meistertitel und Champions League nicht zu erklären. Dieser Austria muss man gratulieren.

Typisch österreichisch ist leider, dass dieser Höhenflug zu wenig gewürdigt wird. Wahrscheinlich liegt es daran, dass alles zu wenig spektakulär ist. Eigentlich müssten die Zeitungen in Innsbruck, Graz, Linz aber auch Wien voll von Berichten über die Arbeit von Austria Wien sein – und nicht erst seit gestern. Wacker und Rapid, Sturm und LASK, der GAK sowieso, all diese Vereine sollten sich angesichts des eigenen Potenzials an der Nase nehmen und sich fragen: „Warum ist dies am Verteilerkreis möglich, aber bei uns nicht?“ Vielleicht lernen sie dann, dass die Zeiten der Mäzene und Großsponsoren vorbei sind und es nicht dafürsteht, sich ständig der Gefahr eines plötzlichen Abflugs, wegen mangelnden Erfolgs oder einem anderen Standort mit mehr Potenzial, auszusetzen.

Diese Art von Berichten und Kommentaren werden leider wieder nur die üblichen „Trottel mim Kapperl“ schreiben. Der Austria kann es egal sein, der Verein freut sich zu recht über diesen Erfolg. Vielleicht macht das System ja irgendwann doch Schule, dem Fußballstandort Österreich würde es bestimmt nicht schaden.

Warum nicht einfach Westfalenstadion und Franz-Horr-Stadion?

Es ist wieder Champions-League-Zeit. Morgen Dienstag steigt das Rückspiel zwischen Austria Wien und Dinamo Zagreb. Durch das Sponsoren-Diktat der Uefa darf das Stadion am Verteilerkreis nicht „Generali-Arena“ heißen – wohl eine der wenigen sinnvollen Maßnahmen dieser Organisation. Warum ein Stadion mit etwas mehr als 10.000 Plätzen überhaupt Arena heißen muss lassen wir mal außen vor. Warum aber nennt man das Stadion für die internationalen Spiele nicht einfach „Franz-Horr-Stadion“?
In Dortmund steht man vor dem gleichen Dilemma, das dortige Westfalenstadion trägt auch den Namen eines Sponsors. In der Champions-League ist dies natürlich nicht erlaubt. Auch dort hätte man einen rießigen Bonus erlangt hätte man das Stadion für die internationalen Spiele wieder Westfalenstadion genannt, BVB Stadion Dortmund klingt im Übrigen ganz schrecklich.
Die Thematik ist an beiden Standorten gleich, ein Sponsor bezahlt einen nennenswerten Betrag um den Namen des Stadions zu erwerben, die Fans sind dort wie da nicht besonders erfreut darüber (um es mal harmlos zu beschreiben). Anstatt sich hier einen Bonus zu holen und den Stadien ihre traditionellen Namen zu geben erfindet man irgendwelche Fantasiebezeichnungen die noch dazu scheiße klingen.
Manches muss ich nicht verstehen.

Langsam greift das System

Ich war ja selbst einer der größten Skeptiker von Miro Polak und dem 3-5-2. Die Gründe sind vielfältig, zum einen schien mir ein „alter Trainer“ nicht wirklich die passende Option um die eingeschlagene Spielweise weiterzuführen, zum anderen bin ich kein Fan von einem 2-Stürmer-System.

Die Vorgänge zur Trainerbestellung kenne ich nicht, ganz frei möchte ich, trotz der offensichtlich guten Arbeit von Polak, den Verein immer noch nicht sprechen. Tom Hofer war ein Trainer, der sehr modernen Fußball spielen ließ, und dies überaus erfolgreich. Variables Spiel, schnelle Balleroberung, Gegenpressing, etc… Vieles von dem, was modernen Fußball ausmacht, haben wir in der letzten Saison gesehen – ohne die Wettbewerbsverzerrer aus Liefering wären wir der Meister 2012/13 geworden. Nun ist von dieser Spielanlage wenig über, wobei man fairerweise anmerken muss, dass sich die Balleroberung wieder intensiviert hat. Polak verfolgt hier eine andere Spielphilosophie, die ist – wie der Aufstieg gegen Grödig und die aktuellen Ergebnisse zeigen – keinesfalls schlecht. Warum man aber die gesamte Spielanlage derart ändern musste, ist mir immer noch nicht klar – ein sportlich durchgängiges Konzept sieht anders aus.

Nun ja, es ist wie es ist, Miro Polak ist mir persönlich sympathisch, die Leistungskurve der Mannschaft zeigt stetig nach oben und die Umstellungen scheinen langsam zu greifen. Man darf nicht unzufrieden sein.

Wiewohl ich ein großer Skeptiker der 2-Stürmer-Variante bin – mit Vujic und Katnik wäre es unfassbar fahrlässig anders zu spielen. Dafür sind beide viel zu stark. Überhaupt muss ich sagen, dass mir mit Fortdauer der Saison die Auslegung des Systems besser und besser gefällt. Dies mag auch an der individuellen Qualität liegen. Beispielsweise finde ich, dass Raimund Friedl noch nie so gut gespielt hat wie jetzt. Das Mittelfeld präsentiert sich überaus lauffreudig und spielstark. Sollten wir die ein oder andere Abstimmungsschwäche abstellen können, traue ich der Mannschaft nicht nur den Meistertitel, sondern auch noch die ein oder andere Cup-Sensation zu.

Schön, wenn sich die eigene Skepsis in Luft auflöst.

Johann und Alexander – eine Liebesbeziehung

Hans Krankl. Krankl. Sechs Buchstaben, und jeder Fußballfan in Österreich weiß worum es geht. Er, der Goleador, ein Mittelstürmer wie er im Buch steht, nein diese Worte müssen als ungenügend abgetan werden, für ihn hätte dieses Wort erfunden werden sollen. Als Stürmer war er derart begnadet, dass es ihn bis nach Katalonien und von dort nach ganz Europa verschlagen hat, dort beim großen FC Barzelona (wie er es immer so charmant betont) ist er noch heute ein Idol. Dort steht sein Name in voller Pracht neben Fußballgrößen wie Cruyff, Linecker und Messi.

Aber nicht nur bei den Anhängern des FC Barcelona, auch bei Rapid (Deinem Herzensklub) und Austria Salzburg (meinem Herzensklub) sind Deine Tore unvergessen. Das größte Denkmal steht wohl im argentinischen Cordoba, die WM 78 wird dem österreichischen Fußballfan ewig in Erinnerung bleiben.

Als Trainer blieb ihm diese Weltkarriere stets versagt. Was hat er nicht alles probiert: Mödling, Rapid, Austria Salzburg, Fortuna Köln,… die Liste ist ebenso lang wie erfolglos. Doch auch hier hat er Spuren hinterlassen, aber eben eher die verbalen. „Irreregulär“ war das damals in Belfast.

Ein Spruch dürfte wohl, zumindest beim ORF, stärker in Erinnerung bleiben. Wie war das damals, als Du das Bildungsprogramm retten wolltest: „Die sollen kürzen die Mathematik-Stund! Wer braucht Latein? Schwachsinn!

In Österreichs Bildungssystem wurdest Du zumindest teilweise erhört, die Bundesregierung bemüht sich um eine tägliche Turnstunde. Der vernünftige Teil Deiner Forderung fand also durchaus Anklang.
Der unvernünftige Teil Deiner Forderung leider auch. Und zwar vom Generaldirektor des ORF. Farblos, langweilig und unbedeutend präsentiert sich Alexander Wrabetz, gerade eben wie der ORF unter seiner Führung. Nun ist er Dir also um den Hals gefallen und hat sich mit Dir ins Bett geworfen, das Ergebnis ist ebenso ernüchternd wie kleingeistig. Im Rahmen der nächsten Programmreform soll einer der bedeutendsten Kulturpreise, den wir in Österreich haben, geopfert werden.

Der ORF hat verkündet, den Ingeborg-Bachmann-Preis nicht mehr zu produzieren. Die Produktionskosten von 350.000 seien einfach zu hoch. Lassen wir das für ein paar Augenblicke sickern…

Im ORF finden sich zahlreiche Programmpunkte, die ein x-faches davon verschlingen. Formel I, Fußball, oder auch Dancing Stars – die Liste der Geldverbrennungsprogrammpunkte ist lang, viel zu lang. Um es deutlich zu machen: wenn Fernando Alonso über die Ziellinie fährt und sich über seine Siegprämie freut, dann haben wir alle, die Gebührenzahler, diese mitfanziert. Das gleiche galt für die Fußballmillionäre aus den diversen europäischen Topligen, die über die Jahre durch österreichische Fernsehgebühren mitfinanziert wurden.

Gebühren, deren Zweck eigentlich ein anderer wäre. Und in diesem Zweck steht die Kultur immer noch vor der Unterhaltung, wobei man natürlich einwerfen muss, dass Kultur auch Unterhaltung sein kann, Unterhaltung aber nicht zwangsläufig Kultur.

Wie auch immer: der Bachmann-Preis und die Debatte zeigt nur eines, Herr Wrabetz, und das ist ein tiefer Einblick in Ihren geistigen Horizont, und der dürfte kaum größer ausfallen als die Kreise, die Formel-I-Piloten am Sonntagnachmittag ziehen.

Post für die UEFA

Viel Aufregung erzeugten in der vergangenen Spielzeit die Nebenmannschaften von Österreichs Vizemeister in den diversen regionalen Ligen und im österreichischen Cup-Wettbewerb. Nun ist diese Posse um eine Facette reicher, die UEFA hat Post bekommen:

Sachverhaltsdarstellung FC Red Bull Salzburg

 

 

Sehr geehrte Mitglieder der Kontroll- und Disziplinarkammer,

 

ich möchte Ihnen folgende Sachverhaltsdarstellung hinsichtlich möglicher Spielmanipulationen durch die Vereine FC Red Bull Salzburg, FC Liefering sowie SG FC Red Bull Salzburg Amateure/USK Leube Anif(der USK Anif wurde kürzlich von FC Anif in USK Anif umbenannt) betreffend der österreichischen Regionalliga West zur Kenntnis bringen.

 

Regionalliga West (Salzburg, Tirol und Vorarlberg)

 

In der Regionalliga West Spielzeit 2012/13 waren zwei Mannschaften tätig die gemäß den Bestimmungen „Integrität des Wettbewerbs“ dem gleichen „Eigentümer“ zu zuordnen sind. Dies ist auf der einen Seite die SG FC Red Bull Salzburg Juniors/USK Leube Anif welche sich aus den Amateuren des Bundesligisten FC Red Bull Salzburg und dem USK Leube Anif zusammensetzt und auf der anderen Seite betrifft dies den FC Liefering. Der FC Liefering ist statutarisch und rechtlich eine eigenständiger Verein steht jedoch nachweislich unter der Kontrolle des FC Red Bull Salzburg, der FC Red Bull Salzburg macht dabei keine Anstalten diesen Umstand zu verschleiern. Beispielhaft möchte sind an dieser Stelle an zuführen:

 

  • ·         Der Jugendleiter der Verein FC Red Bull Salzburg und FC Liefering ist die gleiche Person, Herbert Kössler
  • ·         Der FC Liefering trägt den gleichen Dressensponsor wie der FC Red Bull Salzburg
  • ·         Der FC Liefering wird auf der Webseite des FC Red Bull Salzburg als „sein“ Verein in der Regionalliga West präsentiert
  • ·         Die Bestellung des neuen Trainer des FC Liefering, Peter Zeidler wurde durch den Sportdirektor des FC Red Bull Salzburg Ralf Ragnick getroffen (Vgl: Meldung auf der Seite des FC Red Bull Salzburg 9.10.2012 (http://redbulls.com/soccer/salzburg/de/juniors-news-detail_6530.html))
  • ·         Ralf Ragnick, Sportdirektor des FC Red Bull Salzburg, saß bei der Begegnung des SV Seekirchen gegen den FC Liefering(5. Mai 2013) als Betreuer auf der Bank des FC Liefering.
  • ·         Die Heimspiel des FC Liefering werden im Stadion Wals-Siezenheim ausgetragen, Heimstätte des FC Red Bull Salzburg.

 

Diese Tatsachen lassen den Schluss zu, dass der FC Liefering von den Verantwortlichen des FC Red Bull Salzburg geführt werden.

 

Der ÖFB hat dies in einer Anfrage gegenüber der Internetplattform 90minuten.at auch bestätigt.http://www.90minuten.at/index.php/magazin/nachgehakt/19364-oefb-liefering-steht-unter-kontrolle-von-red-bull

 

Dass die SG FC Red Bull Salzburg Juniors/USK Leube Anif dem Verein FC Red Bull Salzburg zugeordnet werden kann bzw. der Verein FC Red Bull Salzburg auf diese Spielgemeinschaft direkt bzw. indirekt Einfluss nehmen kann ergibt sich schon alleine aus dem Umstand, dass in dieser Spielgemeinschaft die Amateure des FC Red Bull Salzburg tätig sind. Der USK Leube Anif besteht erst seit dem Jahr 2011 und wäre ohne diese Spielgemeinschaft nicht zur Teilnahme an der Regionalliga West berechtigt. Dadurch ergibt sich die Konstellation, dass in der Regionalliga West derzeit zwei Mannschaften spielen die bei von der gleichen sportlichen Führung gelenkt werden. Dieser Umstand stellt meiner Ansicht nach eine klare Manipulation dieses Wettbewerbs dar.

 

In dieser Saison kam es zu der kuriosen Situation das der Spieler Thomas Dähne (4.1.1994) in der Regionalliga West für den FC Liefering gespielt hat und dabei gegen die Amateure des FC Red Bull Salzburg antrat. Dieser Spieler wurde am 26.5.2013 vom FC Red Bull Salzburg in der Bundesliga eingesetzt.

 

Das erste Spiel SG FC Red Bull Salzburg Juniors/USK Leube Anif gegen FC Liefering endete mit 1:4, das zweite Spiel endete mit 3:0 wiederum für den FC Liefering. Der FC Liefering konnte damit beide Spiele gewinnen. Das zweite Spiel (16. Runde) wurde von zahlreichen Wettanbietern aus dem Programm genommen.

 

Diese Konstellation verschafft dem FC Liefering, der im Gegensatz zu den FC Red Bull Salzburg Juniors zum Aufstieg in die nächst höhere Spielklasse berechtigt ist, einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Vereinen der Regionalliga West.

 

Durch die Installation von zwei Mannschaften in einer Liga hat der FC Red Bull Salzburg und seine sportliche Leitung, Aktivitäten gesetzt die geeignet sind den Ausgang der beiden Spiele zwischen diesen Mannschaften widerrechtlich zu beeinflussen und somit auch die gesamte Liga zu beeinflussen.

 

Ich bitte Sie daher um Prüfung dieser Angelegenheit insbesondere hinsichtlich Artikel 2.08 des Reglement der UEFA Champions League Zyklus 2012 – 2015 und ggf. um Sanktionierung des Vereins FC Red Bull Salzburg, als höchst eingestufter Mannschaft dieser drei Mannschaften die allesamt demselben Eigentümer zuzuordnen sind.

 

Mit freundlichen Grüßen

In diesem Paragraphen heißt es:

Wenn die UEFA auf der Grundlage der gegebenen Umstände und Fakten zu ihrer hinreichenden Zufriedenheit feststellt, dass ein Verein seit dem
Inkrafttreten von Artikel 50, Absatz 3 der UEFA-Statuten, d.h. seit 27. April 2007, direkt oder indirekt in Aktivitäten verwickelt war, die geeignet
sind, das sportliche Ergebnis eines nationalen oder internationalen Spiels widerrechtlich zu beeinflussen, so untersagt die UEFA diesem Verein die
Teilnahme am Wettbewerb. Ein solches Verbot gilt nur für eine Spielzeit. Die UEFA kann sich bei ihrem Entscheid auf eine Entscheidung eines nationalen
oder internationalen Sportverbands, eines Schiedsgerichts oder eines staatlichen Gerichts stützen, ist jedoch nicht daran gebunden. Die UEFA kann
davon absehen, ein solches Teilnahmeverbot auszusprechen, wenn der betreffende Verein nach ihrem Dafürhalten bereits aufgrund einer
Entscheidung eines nationalen oder internationalen Sportverbands, eines Schiedsgerichts oder eines staatlichen Gerichts im Zusammenhang mit
demselben Sachverhalt an der Teilnahme an einem UEFA-Klubwettbewerb gehindert wird.

harren wir der Dinge die da kommen…

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