RentonMarc's Blog

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Besessene haben keine Wahl

Kürzlich habe ich meiner besseren Hälfte empfohlen, das fantastische Buch „Fever Pitch“ von Nick Hornby zu lesen. Aus mir sprach die Überzeugung, dass ihr dieser literarisch begnadete Engländer meine Fußballleidenschaft näher bringen könnte.

Denn wenn man mit jemandem zusammen ist, den Fußball nicht begeistert, steht man immer wieder vor Erklärungsnöten: warum man diese oder jene Strapaze auf sich nimmt; warum man, im Gegensatz zu Karl-Markus Gauß, schon in Unken war, da die Austria dort in der Saison 2006/07 gespielt hat; oder warum man während der Hochzeitsplanungen euphorisch jubelt, weil gleichzeitig der Liveticker ein Tor der Austria vermeldet. All dies ist für Fußballfans leicht zu verstehen… Beim Rest der Welt erntet man Kopfschütteln.

Nun ja, ich dachte mir, Nick Hornby kann mir da helfen. Und ich muss sagen, es hat geholfen – zwar nicht wie erhofft, aber trotzdem. Bereits auf Seite zwei steht der folgenschwere Satz: „Besessene haben keine Wahl.“ Damit ist eigentlich alles gesagt. Wann immer wir über Fußball diskutieren, irgendwann fällt dieser Satz.

Heute ist wieder so ein Tag, an dem Besessene keine Wahl haben. Der Tag der Lizenzentscheidung in Österreich. Nervös wie ein 7-Jähriger am Heiligen Abend versuche ich, die Zeit bis zur Entscheidung zu überstehen. Ich weiß nicht, ob es gut ist; ich weiß nicht, wie es wäre, wenn diese Leidenschaft keinen Platz in meinem Leben hätte. Es ist mir aber auch egal, schließlich haben Besessene keine Wahl.

Stefan Weger, kommen Sie doch einfach mal vorbei

Hallo Stefan Weger,

vor einigen Tagen haben Sie in einem Gespräch mit ihrem Kollegen Christoph König von der Sportwoche ausführlich über die Zuseher beim FC Salzburg aber auch bei der Salzburger Austria gesprochen.

Ihre Aussagen über die Zuseher des FC Salzburg lasse ich unkommentiert, dies sollen Leute beurteilen, die auch dort ins Stadion gehen.

Im Rahmen dieses Interviews haben Sie jedoch ein Vorurteil aufgegriffen, das endlich widerlegt werden muss: Wenn Sie meiner Einladung folgen, werden Sie feststellen, dass sich bei der Salzburg Austria zahlreiche Familien mit ihren Kindern die Spiele ansehen. Rund um die Sitzplatztribüne werden Sie eine Vielzahl an Kindern sehen, die vergnügt umhertollen oder Fußballspielen. Selbst Kleinkinder, die im Kinderwagen mitgebracht werden, fühlen sich bei uns pudelwohl. Die größte Gefahr für Kinder auf unserem Fußballplatz sind Bälle, die sich vom Spielfeld auf die Zuschauerränge verirren, denn -und dies wird Sie vielleicht auch überraschen – ein Zaun findet sich dort ebenfalls nicht.

Ich lade Sie also herzlich ein, kommen Sie bei uns vorbei. Denn vor Ort lässt sich in der Regel ein besseres Bild machen.

Schöne Grüße
Volker Rechberger

Infrastrukturfonds für die Bundesliga

Rund um den Abschied von Georg Pangl gab es viele Diskussionen um mögliche Hintergründe, aber auch um die Verdienste und Versäumnisse der Ära Pangl. Einer der Hauptkritikpunkte ist die leidige und schier endlose Debatte um die Infrastruktur in den Stadien. Am Thema Rasenheizung und anderen infrastrukturellen Maßnahmen scheiden sich bekanntlich die Geister. Die großen, reichen Vereine auf der einen Seite, die ewig Klammen und die Dorfklubs auf der anderen Seite.

Stets geht es ums Geld: die einen können sich den Betrieb nicht leisten, die anderen haben kein Geld für die Installation… Die Gründe und Entschuldigungen sind vielfältig. Eines ist aber wohl allen klar: Will man in Österreich in den Monaten November bis April Fußballspiele sehen, wird man Geld und Ressourcen in die Qualität der Spielfelder investieren müssen. Wenn der Bundesliga, dem ÖFB und den Vereinen diese Investition in einen zweifellos besseren Fußball wichtig ist, dann muss auch endlich etwas dafür getan werden.

Zwei Optionen halte ich für sinnvoll. Erstens: die Bundesliga schreibt einen Mindestbetrag für die Rasenpflege in die Lizenzkriterien für die 1. Liga und überprüft laufend Qualität und Pflege der Spielfelder. Neben der tatsächlichen Wirkung, welche eine solche Maßnahme hätte, wäre es in jedem Fall auch eine symbolische Wirkung, die gesetzt würde.

Der zweite Punkt betrifft die Infrastruktur in den Stadien im Allgemeinen. Hier sollte man dringend einen Topf schaffen, der aus den Fernsehgeldern gespeist wird. Von den gesamten Fernsehgeldern sollten 1,5 Millionen Euro (da ich die genauen Verträge nicht kenne, schätze ich den Bedarf einfach mal) zurückbehalten werden und den jeweiligen Aufsteigern in die 1. Liga aber auch in die 2. Liga zur Verfügung gestellt werden, sofern diese Bedarf an einer besseren Infrastruktur haben. Für den Aufsteiger in die Bundesliga würde ich 1 Million vorschlagen und diese an die Installation einer Rasenheizung binden, das übrige Geld kann jeder dieser Vereine nach eigenem Ermessen verbauen. Die restlichen 500.000 € würde ich den Aufsteigern aus der Regionalliga zur Verfügung stellen.

Sollten Vereine betroffen sein, die keinen unmittelbaren Bedarf haben – ich denke hier an die Stadien in Linz oder Pasching – könnte man das Geld gemäß eines Kriterienkataloges an andere Vereine weitergeben. Es täte allen Beteiligten gut, wenn die Vereine mehr zu bieten hätten als die Mindestanforderungen.

Diese 1,5 Millionen fehlen in Summe den 20 Vereinen überhaupt nicht. Für die betroffenen Vereine sind solche Summen aber genau jene Meilensteine, die oftmals wirklich weiterhelfen würden. In wenigen Jahren hätte man die Infrastruktur der Stadien an vielen Standorten deutlich verbessert.

Bessere Infrastruktur, sowohl auf als auch abseits des Spielfeldes, führt mittelfristig immer zu mehr Zusehern, mehr Zuseher bedeuten mehr Einnahmen und mittelfristig wieder einen höheren Stellenwert und öffentliches Interesse. Das derzeitige Herumgewurschtelt führt jedoch zum Gegenteil – die Zuseherstatistik belegt dies eindeutig.

Künstler, Kiffer und Klingonen

Rund um dieses merkwürdig zusammengewürfelte Trio hat Dietmar Krug seinen Roman „Mehr Freiheit“ aufgebaut. Im Wesentlichen handelt der Roman von Burkhard Van der Waiden, einem, wie der Autor, in Wien lebenden Deutschen und dessen Familie. Wenn ein in Wien lebender Deutscher auszieht, um einen Roman zu schreiben, dann birgt diese Konstellation ohnehin einiges Potential. Dieses wird dann auch voll ausgeschöpft, wenn feiner Humor und unterhaltsame Geschichten aufeinander treffen.

Schon mit seiner Kolumne „Diese Deutschen“, die regelmäßig in „Die Presse“ erscheint, beweist er immer wieder, dass er über eine überaus feine Feder und eine nicht minder feine Beobachtungsgabe verfügt. Eben jene Beobachtungsgabe ist es auch, die diesen Roman so lesenswert macht. Eingebettet in die Vorbereitungen für einen wissenschaftlichen Kongress, erzählt uns der Autor durchaus erheiternd die Familiengeschichte der Van der Weidens.

Burkhard Van der Weiden, seines Zeichens Philosoph, hat die 50 bereits überschritten und ist sich bewusst, dass der Kongress die wohl letzte Möglichkeit sein wird, endlich einen festen Lehrstuhl zu ergattern. Für ihn selbst ist dies wohl eher von geringerer Bedeutung als für die Eltern seiner Frau Lisa. Diese stammt aus gutbürgerlichem Haus und muss dementsprechend immer wieder das Tun ihres Mannes, oder besser gesagt das Nicht-Tun, gegenüber ihren Eltern erklären und Kommentare dazu ertragen.

Komplettiert wird die Familie von Tochter Sarah, die sich mit der Hoffnung auf eine steile Gesangskarriere die Brüste vergrößern ließ, und Sohn Moritz, dessen schulische Probleme auf Grund unzähliger Stunden in Star-Trek-Sessions ohnehin schon groß genug sind, und durch die aufflammende Zuneigung zu seiner Klassenkameradin Nina und Marihuana noch verstärkt werden. Die Zuneigung zu Marihuana teilen Vater und Sohn, jedoch nie gemeinsam. Dem Vater dient der Joint neben der wiederkehrenden Entspannung auch als Vorbereitung auf ein Künstlertreffen, welches er auf Wunsch seiner Frau besuchen muss, um ihr wiederum bei der Entwicklung ihrer Galerie zu helfen.

Die ohnehin angespannten Familienverhältnisse zwischen Schulpsychologin, finanzieller Unterstützung der Schwiegereltern und einer Tochter, die sich weiß Gott wo herum treibt, wird durch eine demente Mutter noch zusätzlich belastet: Eine Mutter, die durch ihren latenten Verfolgungswahn und die Entdeckung der Rückruftaste auf ihrem Telefon Van der Weiden zu immer neuen Ausflüchten treibt.

Am Ende sind es dann nicht die beiden Hauptakteure des Kongresses, Habermas und Sloterdijk, die den namensgebenden Impuls für diesen Roman liefern, sondern eben jene Mutter. Ebenso eindrucksvoll wie simpel erklärt sie ihren Wunsch nach „Mehr Freiheit“, dem nicht nur die Romanfiguren anhängen, sondern letztlich wohl ein jeder von uns.

Dietmar Krug, Mehr Freiheit, Otto Müller Verlag Salzburg, € 22,00

Was wäre wenn… Gedanken zu vermögensbezogenen Steuern und Privatisierungen

Die Regierungsverhandlungen stehen offenbar vor einem Abschluss, was das Paket bringen wird, werden wir wohl bald wissen.

Die SPÖ möchte – und da bin ich der gleichen Meinung – vermögensbezogene Steuern. Diese sollen tatsächlich vermögende, also richtig reiche Menschen treffen.

Die ÖVP möchte – und dieser Meinung bin ich ganz und gar nicht – weitere Privatisierungen. Abgesehen davon, dass diese Privatisierungen mittelfristig den Staat mehr kosten als sie einbringen, (das ist eine relativ klare Milchmädchen-Rechnung, die jährlichen Dividenden-Erträge fallen weg, dafür gibt es einen einmaligen Ertrag) haben die Regierungen Schüssel I und II mehrfach bewiesen, dass diese Privatisierungen gerne von Freunderlwirtschaft und Korruption begleitet werden. Die BUWOG sei hier nur exemplarisch angeführt.

Was nun aber, wenn sich die beiden einigen würden? Es werden die vermögensbezogenen Steuern eingeführt aber auch Privatisierungen durchgeführt. Beides würde wohl Geld bringen, wahrscheinlich gar nicht wenig. Was aber viel bedeutender wäre: beide Seiten hätten ein zentrales Anliegen durchgebracht. Klar, im Gegenzug hätte man auch etwas akzeptieren müssen, was einem nicht gefällt, aber was ist besser? Nichts durchzubringen und nichts akzeptieren müssen, oder erhobenen Hauptes sagen: „Wir konnten etwas erreichen!“

Der Tempo-80-Vorstoß

Die Grünen in Salzburg haben wieder einmal in ein Wespennest gestoßen. Die Landeshauptfrau-Stellvertreterin Astrid Rössler schlägt Tempo 80 auf der Stadtautobahn vor. Die Argumente reichen von Lärmreduktion, Verbesserung der Abgaswerte, erhöhter Verkehrssicherheit bis hin zu EU-Klagen.

Dieser Lösungsansatz ist für mich ein typisch Grüner. Grün deshalb, weil meine bisherige Wahrnehmung von Grüner Politik oftmals folgende ist: Ohne den Blick auf die Gesamtproblematik zu richten und das Problem nachhaltig zu lösen, versucht man, die Bedürfnisse von Anrainern zu befriedigen und zwar unabhängig davon welche weiteren Auswirkungen dies hat.

Am Beispiel dieses Vorschlags lässt sich dies meiner Meinung nach gut darstellen. Das Gebiet rund um den Autobahnknoten Salzburg Mitte ist geprägt von einem unglaublichen Verkehrsaufkommen, die Haupteinfahrt nach Salzburg, die Ausfahrt in Richtung Freilassing, der Anschluss an die bevölkerungsreichen Stadtteile Liefering und Lehen, all diese Faktoren machen das Gebiet rund um die Autobahnauffahrt Salzburg Mitte zu einem der verkehrsträchtigsten des gesamten Stadtgebiets. Dass dieser Zustand nicht erfreulich ist, braucht man wohl niemandem erklären.

Nun zum konkreten Vorschlag. Er scheint verlockend: Eine Minute weniger Fahrzeit, dafür um ein Drittel weniger Lärm und Abgase. Wenn aber eine Minute ausreicht um die Emissionen um ein Drittel zu reduzieren, warum nicht gleich runter auf 50? Oder überhaupt auf der gesamten Autobahn von Golling bis Wallersee?

Das Problem liegt viel tiefer. Der erste Punkt betrifft die Abgase. Die stop-and-go-Zone von der Lehener Brücke bis nach Freilassing trägt wohl wesentlich mehr zur schlechten Luftqualität bei als die Autobahn in der Stadt. Die Verkehrsplanung hat in diesem Bereich völlig versagt. Die miserable Bilanz hinsichtlich der Pünktlichkeit der beiden O-Bus-Linien 2 und 4, welche am meisten vom Verkehr in diesem Bereich betroffen sind, ist nur ein weiteres Indiz dafür (Anm: Wenn nämlich der gesamte Verkehr steht, steht auch der Bus). Als erstes gehört meiner Meinung nach der Verkehr auf der Achse Iganz-Harrer-Straße – Münchner Bundesstraße dringend beschleunigt. Die derzeitige Situation ist eine Zumutung für die gesamte Stadt. Zweitens sollten sich alle betroffenen Ballungsräume (Stichwort: Feinstaub Graz) sofort auf ein Umweltzonenpaket nach deutschem Vorbild einigen. Dieses gehört so ausgestaltet, dass die deutschen Plaketten in Österreich anerkannt werden und umgekehrt; dass dies nur sinnvoll ist, wenn die gleichen Regeln gelten wie in Deutschland, ist dabei selbstredend. Diese Umweltzonen könnte man jederzeit ohne viel Aufwand einführen.

Das zweite Argument ist jenes der Lärmbelästigung. Hier hält sich mein Mitleid in Grenzen, die Autobahn existiert in diesem Bereich seit dem II. Weltkrieg, die wenigsten, die in den betroffenen Gebieten leben, waren vor der Autobahn da. Außerdem ist im Bereich des betroffenen Autobahnabschnitts bereits ein Tunnel angelegt worden und die weiteren Siedlungsgebiete durch meterhohe Lärmschutzwände geschützt. Sollte es nach einer möglichen Einhausung noch zu Lärmbelästigung kommen, liegt das Problem weiter oben, dann ist es nämlich der Flugverkehr. Ich bin der Überzeugung, dass es nicht möglich ist, sämtlichen Komfort (Flugverkehr, Automobilverkehr, Wohnqualität) überall zu garantieren. Es täte der Politik gut, endlich zu sagen: „Die eierlegende Wollmilchsau im Bereich der Lebensqualität wird es nicht geben.“ Man wird wohl akzeptieren müssen, dass es Gebiete in der Stadt gibt, die von Lärm stärker betroffen sind. Hier gilt es, die Stadtplanung soweit zu entwickeln, dass man Gebiete mit hoher Lärmbelastung für Firmen reserviert und Siedlungsgebiete in ruhigeren Lagen erschließt. Hier haben die Grünen in der Stadt übrigens in den letzten Jahrzehnten massive Klientelpolitik betrieben und Einzelinteressen über jene der gesamten Stadtbevölkerung gestellt. Insbesondere die starre Haltung im Bereich der Grünlanddeklaration schränkt die Gestaltungsmöglichkeiten im Stadtgebiet massiv ein.

Insgesamt scheint mir die Idee einfach zu kurzfristig gedacht. Das Problem ist das Ergebnis einer jahrelangen Fehlplanung im Bereich der Verkehrs- und Raumplanung. Hier muss angesetzt werden, um das Problem nachhaltig zu lösen.

Hochkönig (2941m)

Der Hochkönig ist einer „DER“ Berge im Salzburger Land. Wer die Tauernautobahn Richtung Süden fährt kann sich von „unten“ vorstellen, was einen auf diesem Berg wohl erwartet – doch nur wer jemals dort oben war, weiß wirklich, wie schön dieses Bergmassiv ist.

Schon bei der Anfahrt präsentierte sich der Hochkönig von seiner besten Seite

Schon bei der Anfahrt präsentierte sich der Hochkönig von seiner besten Seite

Die Tour an sich ist dabei nicht auf Grund ihrer Anforderung die Herausforderung, sondern auf Grund ihrer Länge. Der sogenannte Normalweg ist für geübte Wanderer technisch keine Herausforderung, der Hochkönig Schober ist technisch nicht schwieriger als der Schober bei Fuschl. Anspruchsvoll ist nur die Länge der Tour, in diversen Beschreibungen wird eine Weglänge von rund 10km mit insgesamt 1700 Höhenmeter angegeben. Zudem geht es auf knapp 3000 Meter, wer sich also dem Hochkönig stellen will, sollte unbedingt gezielt auf diese Anforderungen trainieren.

Für meinen Aufstieg wählte ich die Tour über das Arthurhaus in Mühlbach am Hochkönig. Vom Parkplatz führt der Weg auf einer Forststraße zur Mitterfeldalm, die einem beim Abstieg eine willkommene Rast bietet. Ab der Mitterfeldalm wird der Weg dann langsam aber stetig immer alpiner, bereits nach wenigen Minuten erreicht man die erste seilversicherte Passage entlang eines großen Felsen, ab dann steigt der Weg entlang der Nordseite der beeindruckenden Mandlwand stetig an. Man überquert einen Graben und auf der Gegenseite geht es dann steil bis unter die Torsäule, diese mächtige Felssäule ist unglaublich imposant und bietet am Fuß einen guten Rastplatz, schließlich finden sich hier die letzten Wiesen der Tour. Der Weg an der Torsäule vorbei nimmt rund 25 Minuten in Anspruch, bevor der Weg dann wieder auf die andere Seite des Kars wechselt hat man wohl die Hälfte der Strecke hinter sich. Der Weg ist übrigens bei guten Witterungsverhältnissen zu jeder Zeit leicht zu finden, da er durch Schneestangen gut markiert ist. Bei unsicherer oder gar schlechter Wetterprognose sollte man die Tour übrigens gar nicht erst in Erwägung ziehen!

Nach gut einer Stunde sieht man erstmalig die Torsäule vor sich

Nach gut einer Stunde sieht man erstmalig die Torsäule vor sich

Am Ende dieses Kars befindet sich die Schlüsselstelle des Aufstiegs, hier hat man einige kürzere Passagen ungesichert zu meistern, die durchaus luftig sind, aber für einigermaßen geübte Berggeher keine Schwierigkeit darstellen. Beim Rückweg sollte man diese Stelle nach rund 2 Stunden erreichen und demensprechend konzentriert sein.

Auch von oben ist die Torsäule imposant

Auch von oben ist die Torsäule imposant

Danach wird der Weg insgesamt wieder flacher, führt einen aber mehrmals bergauf und wieder bergab. Die Landschaft ist hier wirklich beeindruckend: Fels wohin man blickt, dazu die Reste des Gletschers, kleine Gletscherseen und immer wieder ein fantastischer Blick auf die umliegenden Berge.

Bevor man das Matrashaus – welches man bei guter Sicht bereits aus größerer Entfernung sieht – erreicht, gilt es noch ein paar kleinere Leitern zu passieren. Ich selbst habe für den Aufstieg rund 6 Stunden gebraucht, Konditionsstarke schaffen dies wohl auch schneller und können am gleichen Tag auch noch zurück. Aber wer will das, bei so einem Sonnenuntergang und -aufgang?

Sonnenuntergang auf dem Hochkönig, im Hintergrund Watzmann und Hochkalter

Sonnenuntergang auf dem Hochkönig, im Hintergrund Watzmann und Hochkalter

Sonnenaufgang über dem Dachstein

Sonnenaufgang über dem Dachstein

Das Matrashaus ist eine schöne Hütte in fantastischer Lage, der Ausblick ist wahrlich famos und bei entsprechender Fernsicht unvergesslich. Wer auf der Hütte bleiben möchte, sollte unbedingt einen Platz reservieren, gerade am Wochenende ist die Hütte überaus voll, der Hüttenwirt Roman Kurz ist ein wahres Juwel als Wirt. Ein Blick auf die Webseite ist übrigens auch ohne konkrete Pläne lohnend, beschreibt doch der Wirt immer recht lehrreich die aktuelle Lage auf der Hütte und dem Hochkönig.

Der Rückweg führte mich dann Tags darauf auf der selben Route zurück zum Parkplatz, und dauert dann auch gut und gerne rund 4 Stunden. Nach zwei Tagen alpinem Gelände und Felswüste wirkt der Trubel auf der Mitterfeldalm mit den zahlreichen „Halbschuhtouristen“ einigermaßen bizarr, was dem freudigen Gefühl, wieder in der Zivilisation zu sein, keinen Abbruch tut.

Insgesamt ist der Hochkönig sicherlich eine der beeindrucktesten Touren, die sich in Salzburg finden. Und nach zwei Tagen wandern und bergsteigen fühlt man sich dann als wahrer „Hochkönig“.

Die Reifeprüfung in Wattens

Zweiter gegen Erster, Tirol gegen Salzburg, WSG Wattens – SV Austria Salzburg am 19. Oktober 2013; Ein Spiel, auf das die gesamte Regionalliga West geblickt hat. Es sollte das Schlagerspiel im Herbst werden. Die einzigen beiden Mannschaften, die ernsthaft als Titelaspiranten und Aufstiegskandidaten gelten, trafen das erste Mal in dieser Saison aufeinander. Und die Ausgangslage war höchst brisant. In der Runde zuvor hatte die Salzburger Austria erstmals kein Tor geschossen und musste sich mit einem 0:0 zu Hause gegen Altach begnügen, damit konnten die Tiroler den Rückstand auf 3 Punkte verkürzen und witterten wieder Morgenluft, schließlich fehlten den Violetten mit Perlak und Mayer zwei absolute Leistungsträger.

Miro Polak ließ die Mannschaft wieder im –mittlerweile perfekt eingespielten – 3-5-2 auflaufen. Fabio Strauss rückte wieder in die zentrale Position der Abwehrreihe, und Reifeltshammer auf die Sechs nach vorne. Raphi Reifeltshammer präsentierte sich in den letzten Spielen zentral in der Kette nicht immer sattelfest und etwas umständlich im Spielaufbau. Auf der Position des Sechsers kommen diese Mängel nicht so zu tragen, dafür seine Stärken wie das Kopfballspiel, das Zweikampfverhalten und ein gutes Auge für den gegnerischen Spielaufbau, wesentlich besser.

Nachdem sich Fabio Strauss nach einer unglücklichen Aktion abermals verletzte, wechselte Polak nicht nur mutig sondern auch absolut richtig. Während wohl alle anwesenden Fußballexperten mit dem logischen Wechsel Reifeltshammer in die Abwehr, neuer Sechser rein rechneten, stellte er Sommer von der linken Außenbahn als Libero auf und wechselte Huspek als linken Außenverteidiger ein. Am Spiel unserseits sollte sich wenig ändern. In der Mitte der Abwehrreihe spielte Sommer den so wichtigen Part eines spielstarken Liberos, Reifeltshammer und Öttl (der etwas vor Reifeltshammer agierte) störten den Tiroler Spielaufbau. Die Überlegenheit im Mittelfeld sollte das Spiel prägen. Und das war wohl der Plan von Miro Polak, der voll aufging.

Die Tiroler verfügen eigentlich über gute Offensivreihen, gerade ein Spieler wie Simon Zangerl ist immer für ein Tor gut. Die wohl wichtigste Rolle spielt aber Sascha Wörgetter, der 20jährige ist Denker und Lenker im Mittelfeld. Dank der Leistung von Öttl und Reifeltshammer fand aber gerade er überhaupt nicht ins Spiel und musste im Spielaufbau teilweise auf Höhe der eigenen Abwehrreihe agieren, um überhaupt an Bälle zu kommen. Das Spiel der Tiroler funktioniert unter anderem deshalb überhaupt nicht.

Damit waren die Kräfteverhältnisse eigentlich klar verteilt, die Austria mit wesentlich mehr Spielanteilen kontrollierte Ball und Gegner. Da man aber auf Grund des Fehlens von Mayer und Perlak über weite Teile des Spiels nicht in der Lage war Chancen zu kreieren, wurde das Spiel zu einer Geduldsprobe. Kurz vor der Pause wurde diese Geduld dann auch belohnt, Öttl agiert energisch beim gegnerischen Spielaufbau und gewinnt den Ball weit in der gegnerischen Hälfte, eine kluge Flanke auf den freien Katnik und dieser erlöst Mannschaft, Trainer und die zahlreichen Fans mit einem 1:0.

Das Spiel sollte sich in der zweiten Halbzeit wenig ändern. Die Tiroler waren nie in der Lage die Austria zu gefährden, das 2:0 eigentlich nur eine Frage der Zeit. Mihael Rajic belohnte sich nach einer Ecke für die abermals starke Leistung. Eine kurz gespielte Ecke mit Raimund Friedl, den Gegner vernascht und ein satter Schuss durch das Getümmel im Strafraum ins kurze Eck. Michi Perlak hatte vor zwei Wochen gegen Seekirchen mit der selben Variante Erfolg. Mit dem 2:0 im Rücken spielte die Austria solide weiter, hätte Marko Vujic auf 3:0 gestellt, wir hätten wohl alle die beste Parade versäumt, die viele von uns je live gesehen haben.

In den Schlussminuten probierten die Tiroler noch einmal alles und konnten sich dann doch noch in der gegnerischen Hälfte festsetzen. Flanke von rechts zentral vors Tor, Stefan Ebner spekuliert auf den Ball ins lange Eck und fliegt bereits los, der Tiroler köpft jedoch zentral aufs Tor (ein Ball, den Ebner sonst sicher gehalten hätte), Ebner reagiert noch im Flug, hebt das linke Bein an und kann damit den Ball parieren. „What a save“ würden wohl englische Kommentatoren ins Mikro brüllen.

Und wie unser Stadionsprecher immer so schön sagt: „Aus, Ende, vorbei“, die Austria gewinnt in Wattens 2:0, 6 Punkte Vorsprung, das deutlich bessere Torverhältnis und wohl ein ganz wichtiger Sieg auf dem Weg zurück in die zweite Liga.

Die sportliche Reifeprüfung wurde damit bestanden, wenn nun die Reifeprüfung des gesamten Vereins, sprich Lizenz für die Spielzeit 2014/15, abgelegt wird, „werden all unsere Träume in Erfüllung gehen…

Woher kam die Kohle?

Fragen über Fragen…
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Schärtenspitze (2153m)

Das Hochkaltergebirge im Berchtesgadenerland ist eine überaus lohnende Wander- und Alpinregion südlich von Ramsau. Der Blauseisgletscher in diesem Gebirgsmassiv ist der nördlichste Gletscher der gesamten Ostalpen, und auch für wenig geübt Wanderer durchaus erreichbar. Ausgangspunkt für viele Touren ist die Blaueishütte, die man ohne große Schwierigkeiten in rund 2 – 2 ½ Stunden vom Tal erreicht. Der Weg führt vom Parkplatz Holzlagerplatz über einen doch recht steilen Forstweg in Richtung Blaueishütte, die letzte halbe Stunde bis zur Hütte führt dann über Stock und Stein durch den Wald.

Schon vom Anstieg aus bietet sich ein fantastischer Blick auf das Kar

Schon vom Anstieg aus bietet sich ein fantastischer Blick auf das Kar

Von der Blaueishütte bieten sich nun, je nach Interesse und Leistungsvermögen, mehrere Möglichkeiten, von einfachen Wanderungen im Kar, über diverse Kletterrouten bis hin zu diversen Gipfelaufstiegen. Der Weg führte mich dieses Mal auf die Schärtenspitze, die Route ist übrigens hier sehr gut beschrieben.

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Blick vom Anstieg zur Schärtenspitze auf die Blaueishütte, im Tal dahinter liegt der Hintersee

Von der Blaueishütte führt der Weg rund 20 Minuten in Richtung Gletscher bis zu einem Wegkreuz und dann nach links (Osten) zum Einstieg in den Gipfelanstieg. Den Anstieg markiert eine kurze Leiter, ab hier wird es luftig und anspruchsvoller. Man darf sich auf rund 1 Stunde versicherte und unversicherte Kletterei in den unteren Schwierigkeiten einstellen. Die Schlüsselstellen sind alle seilversichert und verlangen in einigen Passagen Überwindung und Geschick.

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die wohl luftigste Stelle der Tour, knapp vor dem Gipfel

Der Weg ist durchwegs schroffig, persönlich empfehle ich jedem hohe Bergschuhe für diese Route. Der Gipfel selbst ist sehr spektakulär, die Aussicht auf Watzmann, Reiter Alpe, die Südseite des Untersbergs und zahlreicher anderer Gipfel ist wirklich lohnend. Leider ist am Gipfel nicht unbedingt viel Platz.

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wunderbarer Blick auf den Watzmann

Der Abstieg erfolgt auf dem gleichen Weg zurück zur Blaueishütte, die dortigen Kuchen sind ein wahrlich grandiose Belohnung für die Mühen des Aufstiegs. Wo gibt es schon eine 10 x 10cm Donauwelle 😉 Der Abstieg erfolgt wieder über den Forstweg zurück. Nach rund 1400 Höhenmeter weiß man was man gemacht hat. Die Tour ist zwar durchaus anspruchsvoll allerdings entschädigt einen die wirklich traumhafte Berglandschaft

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