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Schlagwort-Archiv: Bergtour

Hochkönig (2941m)

Der Hochkönig ist einer „DER“ Berge im Salzburger Land. Wer die Tauernautobahn Richtung Süden fährt kann sich von „unten“ vorstellen, was einen auf diesem Berg wohl erwartet – doch nur wer jemals dort oben war, weiß wirklich, wie schön dieses Bergmassiv ist.

Schon bei der Anfahrt präsentierte sich der Hochkönig von seiner besten Seite

Schon bei der Anfahrt präsentierte sich der Hochkönig von seiner besten Seite

Die Tour an sich ist dabei nicht auf Grund ihrer Anforderung die Herausforderung, sondern auf Grund ihrer Länge. Der sogenannte Normalweg ist für geübte Wanderer technisch keine Herausforderung, der Hochkönig Schober ist technisch nicht schwieriger als der Schober bei Fuschl. Anspruchsvoll ist nur die Länge der Tour, in diversen Beschreibungen wird eine Weglänge von rund 10km mit insgesamt 1700 Höhenmeter angegeben. Zudem geht es auf knapp 3000 Meter, wer sich also dem Hochkönig stellen will, sollte unbedingt gezielt auf diese Anforderungen trainieren.

Für meinen Aufstieg wählte ich die Tour über das Arthurhaus in Mühlbach am Hochkönig. Vom Parkplatz führt der Weg auf einer Forststraße zur Mitterfeldalm, die einem beim Abstieg eine willkommene Rast bietet. Ab der Mitterfeldalm wird der Weg dann langsam aber stetig immer alpiner, bereits nach wenigen Minuten erreicht man die erste seilversicherte Passage entlang eines großen Felsen, ab dann steigt der Weg entlang der Nordseite der beeindruckenden Mandlwand stetig an. Man überquert einen Graben und auf der Gegenseite geht es dann steil bis unter die Torsäule, diese mächtige Felssäule ist unglaublich imposant und bietet am Fuß einen guten Rastplatz, schließlich finden sich hier die letzten Wiesen der Tour. Der Weg an der Torsäule vorbei nimmt rund 25 Minuten in Anspruch, bevor der Weg dann wieder auf die andere Seite des Kars wechselt hat man wohl die Hälfte der Strecke hinter sich. Der Weg ist übrigens bei guten Witterungsverhältnissen zu jeder Zeit leicht zu finden, da er durch Schneestangen gut markiert ist. Bei unsicherer oder gar schlechter Wetterprognose sollte man die Tour übrigens gar nicht erst in Erwägung ziehen!

Nach gut einer Stunde sieht man erstmalig die Torsäule vor sich

Nach gut einer Stunde sieht man erstmalig die Torsäule vor sich

Am Ende dieses Kars befindet sich die Schlüsselstelle des Aufstiegs, hier hat man einige kürzere Passagen ungesichert zu meistern, die durchaus luftig sind, aber für einigermaßen geübte Berggeher keine Schwierigkeit darstellen. Beim Rückweg sollte man diese Stelle nach rund 2 Stunden erreichen und demensprechend konzentriert sein.

Auch von oben ist die Torsäule imposant

Auch von oben ist die Torsäule imposant

Danach wird der Weg insgesamt wieder flacher, führt einen aber mehrmals bergauf und wieder bergab. Die Landschaft ist hier wirklich beeindruckend: Fels wohin man blickt, dazu die Reste des Gletschers, kleine Gletscherseen und immer wieder ein fantastischer Blick auf die umliegenden Berge.

Bevor man das Matrashaus – welches man bei guter Sicht bereits aus größerer Entfernung sieht – erreicht, gilt es noch ein paar kleinere Leitern zu passieren. Ich selbst habe für den Aufstieg rund 6 Stunden gebraucht, Konditionsstarke schaffen dies wohl auch schneller und können am gleichen Tag auch noch zurück. Aber wer will das, bei so einem Sonnenuntergang und -aufgang?

Sonnenuntergang auf dem Hochkönig, im Hintergrund Watzmann und Hochkalter

Sonnenuntergang auf dem Hochkönig, im Hintergrund Watzmann und Hochkalter

Sonnenaufgang über dem Dachstein

Sonnenaufgang über dem Dachstein

Das Matrashaus ist eine schöne Hütte in fantastischer Lage, der Ausblick ist wahrlich famos und bei entsprechender Fernsicht unvergesslich. Wer auf der Hütte bleiben möchte, sollte unbedingt einen Platz reservieren, gerade am Wochenende ist die Hütte überaus voll, der Hüttenwirt Roman Kurz ist ein wahres Juwel als Wirt. Ein Blick auf die Webseite ist übrigens auch ohne konkrete Pläne lohnend, beschreibt doch der Wirt immer recht lehrreich die aktuelle Lage auf der Hütte und dem Hochkönig.

Der Rückweg führte mich dann Tags darauf auf der selben Route zurück zum Parkplatz, und dauert dann auch gut und gerne rund 4 Stunden. Nach zwei Tagen alpinem Gelände und Felswüste wirkt der Trubel auf der Mitterfeldalm mit den zahlreichen „Halbschuhtouristen“ einigermaßen bizarr, was dem freudigen Gefühl, wieder in der Zivilisation zu sein, keinen Abbruch tut.

Insgesamt ist der Hochkönig sicherlich eine der beeindrucktesten Touren, die sich in Salzburg finden. Und nach zwei Tagen wandern und bergsteigen fühlt man sich dann als wahrer „Hochkönig“.

Großer Schoberstein (1037m)

Der große Schoberstein, direkt am Attersee gelegen, ist eine wunderbare Halbtages-Tour. Der Aufstieg erfolgt von Weißenbach am Attersee. In Weißenbach zweigt man auf der L153 Richtung Bad Ischl ab, nach wenigen hundert Metern erfolgt die Beschilderung „Schoberstein“, hier gleich parken und die Tour kann beginnen.

Der Weg (820) befindet sich in Nord-West-Ausrichtung und führt über Serpentinen stetig nach oben, das Gelände ist großteils moderat steil, hat aber ein paar kurze steilere Stücke zu bieten. Immer wieder gibt es Rastplätze mit einer fantastischen Aussicht auf den Attersee und Mondsee, die bereits erahnen lassen, wie die Aussicht vom Gipfel ist. Rund 300 Höhenmeter unterhalb des Gipfels führt der Weg dann auf die Südseite des Berges, von der aus der Gipfel aus erklommen wird. Die letzten 150 – 200 Höhenmeter sind anspruchsvoller als der restliche Weg, ab hier ist Trittsicherheit Voraussetzung, der Weg wird oftmals deutlich schmaler, es gibt einige seilversicherte Stellen und knapp unterhalb des Gipfels muss man dann noch etwas die Hände einsetzen. Ohne Hast erreicht man den Gipfel nach gut 90 Minuten.

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Der Gipfel selbst bietet genügend Platz für den ohnehin nicht überlaufenen Berg. Die Aussicht präsentiert alle Schönheitsmerkmale des Salzkammergutes. In nördlicher und westlicher Richtung befinden sich der Attersee, der Mondsee, der Schafberg (von einer eher unbekannten Perspektive), die Drachenwand, der Schober und an Tagen mit guter Fernsicht ist sogar der Hochstaufen zu sehen. In der anderen Richtung reicht der Blick hin zum Rettenkogel, dem Sparber und dem Leonsberg.IMG_1586

Der Abstieg führt auf dem gleichen Weg zurück. Durch viele teils sehr ausgetretene Abkürzungen ist dieser überaus kurzweilig. Nicht nur der Natur zuliebe – auch die eigenen Knie werden es danken, geht man die weiteren, dafür flacheren Serpentinen aus. Nach knapp einer Stunde ist man wieder beim Auto. Im Anschluss bietet sich natürlich ein ausgiebiges Bad in einem der nahegelegenen Seen an.

Die großen Pluspunkte dieser Tour sind, neben der wahrlich herrlichen Aussicht, der durchwegs moderate Aufstieg der dank einiger anspruchsvolleren Stellen nie langweilig wird, die Lage des Weges im Schatten des Berges – was bei Temperaturen jenseits der 30 Grad Gold wert ist – und die durchaus knappe Gehzeit von rund 3 Stunden inklusive einer ausgiebigen Gipfelrast.

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