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Schlagwort-Archiv: Fastenzeit

Tankfreier Tag 12. März 2011

Bei Facebook haben sich viele Freunde zum sog. tankfreien Tag angemeldet. Grundsätzlich finde ich ja solche Idee irgendwie komisch. Einen Tag lang wollen die Leute aufs tanken verzichten, für mich trifft die Idee nicht unbedingt den Sinn der Sache, einen Tag nicht zu fahren wäre wohl bessern. Soweit zu meiner Skepsis.

Warum ich aber trotzdem darüber schreiben möchte ist der Umstand, dass steigende Treibstoffpreise das Symptom eines viel ernsthafteren Problems sind. Wir verbrauchen zu viel Treibstoff, was wiederrum heißt wir fahren alle zu viel mit dem Auto. Beim Schreiben dieser Zeilen haben sich rund 133.000 Menschen für diesen Tag angemeldet, das ist ganz schön viel. Durchschnittliche Verkehrsteilnehmer kommen auf ca. 15.000 km im Jahr, ich gehe mal davon aus bei 15.000 km im Jahr dürfte jeder wohl rund eine Tankfüllung (ca 500km/10km pro Woche) einsparen können ohne ernsthaft an Lebensqualität einzubüßen. Ob jemand das kann und will muss selbst entschieden werden. Wenn aber alle die sich angemeldet haben eine Tankfüllung einsparen würden, im Jahr wären das ca 7 980 000 € (133.000 x 60€).

An Ideen zum Thema „Sprit sparen“ mangelt es nicht, Fahrgemeinschaften, Öffentliches Verkehrsmittel, Rad fahren oder zu Fuß gehen, ich glaube jeder weiß wo und wie man für sich selbst ein paar Kilometer einsparen könnte.

Es wäre wohl wirklich schön wenn am Ende mehr überbleibt als ein tankfreier Tag.

Fastenzeit

Wie einige enge Freunde wissen habe ich in den letzten Wochen und Monaten deutlich mehr als in der Vergangenheit zum Glauben gefunden. Am Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit nach einem auch für mich sehr intensiven Karneval. Für mich es ist heute ein Anliegen etwas zur Fastenzeit zu schreiben, eine Zeit in der man sich etwas zurücknehmen und auf Dinge verzichtet soll.

Im Film „American History X“ heißt es sinngemäß, wenn jemand anders eine Sache richtig beschrieben hat soll man den ruhig zitieren, ich schließe mich da an:

Das Geräusch der Grille
Ein Indianer besuchte einen weißen Mann, mit dem er befreundet war. In einer Stadt zu sein, mit all dem Lärm, den Autos und den vielen Menschen um sich – all dies war ganz neuartig und auch ein wenig verwirrend für den Indianer.
Der weiße Mann wollte seinem Indianer-Freund die herrlichsten Dinge zeigen. Als sie die Straße entlang gingen, blieb der Indianer plötzlich stehen. Er sagte: »Mein weißer Freund, hörst du auch, was ich höre?
Der weiße Freund des roten Mannes horchte, lächelte und sagte dann: „Alles was ich höre, ist das Hupen der Autos und das Rattern der Straßenbahn. Ich höre die Stimmen und die Schritte der vielen Menschen. Was hörst denn du?“
„Ich höre mitten in der Stadt, ganz in unserer Nähe, eine Grille zirpen“, antwortete der Indianer. Wieder horchte der weiße Mann. Er schüttelte den Kopf. „Du musst dich täuschen“, meinte er dann, „hier in unserer Stadt gibt es keine Grillen. Und selbst wenn es hier irgendwo eine Grille gäbe, würde man ihr Zirpen bei diesem Lärm nicht hören.“
Der Indianer ging ein paar Schritte weiter. Vor einer Hauswand rankte Wilder Wein an der Mauer empor. Er schob die Blätter auseinander. Und siehe da: die Grille, die ihr Lied zirpte.
Jetzt hörte auch der weiße Mann das Zirpen der Grille. Als sie weiter gingen, sagte der zu ihm: „ Dein Gehör ist eben besser geschult als das meine. Indianer können besser hören als Weiße.“
Da lächelte der Indianer. Er erwiderte: „Mein Freund, du täuschst dich. Mein Gehör ist nicht besser als das deine, du hast nur nicht auf die Grille geachtet.“
Nach einigen Schritten ließ der Indianer eine Münze auf den Boden fallen. Sofort drehten sich mehrere Passanten nach dem Klang um. Ein Mann stellte seinen Fuß auf das Geldstück und hob es auf: „Merkst du etwas? Das Aufschlagen der Münze war nicht lauter als das Zirpen der Grille – und doch haben die Menschen dieses Geräusch sehr gut gehört“

Indianische Überlieferung aus: Renate Schupp (Hg.), Aus den Quellen des Lebens. Texte, die gut tun. Kaufmann Verlag

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