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Schlagwort-Archiv: Mut

Siegermentalität

Bayerndusel, deutsche Tugendenden, Siegeswille,… Die Liste ist bekannt und wahrscheinlich unendlich erweiterbar. Für Nationalcoach Didi Constantini scheinen diese Begriffe alle Fremdwörter zu sein. Bei der jüngsten Bekanntgabe des Kaders für die EM-Qualifikation gegen Belgien in Wien und auswärts in der Türkei zeigte sich der Trainer wieder einmal von seiner Schokoladenseite.

Lieber Herr Nationaltrainer, entweder Du bist völlig überfordert oder ein genialer Psychologe. Ich halte Dich für überfordert. Um die Sache zu erklären, auf Frage von Journalisten antwortest Du in der Regel eher unfreundlich und genervt. Dieses Mal kam die Frage „wie viel Punkte brauchen wir für die Quali“. Deine Antwort war: „Wer vorher rechnet, verrechnet sich am Ende meist. Daher ist das nicht meins“. Grundsätzlich ist der Gedanke irgendwo verständlich, Du möchtest Dich noch nicht festnageln lassen da danach noch viel passieren kann, aber irgendwie ist das doch schon jetzt eine Ausrede. Mutige Trainer und Spieler gehen bei der derzeitigen Ausgangslage her und sagen: „Wir wollen 4 Punkte aus den beiden Spielen“ – noch Mutigere wollen 6, die Kirche wollen wir aber im Dorf lassen.

Die Ausgangslage für den zweiten Tabellenplatz – der Erste ist wohl an Bundes-Jogi vergeben – ist optimal. Nach Verlustpunkten sind wir vor der Türkei und Belgien. Mit einem Sieg zu Hause und einem Unentschieden in der Türkei sind wird immer noch vor den beiden. Wenn die Deutschen tatsächlich Alles gewinnen ist damit die Basis für die Relegation gelegt.

Nun möchte ich Dir aber kurz erklären wieso ich Dich nicht für einen tollen Psychologen halte. „Wenn nur der Kutscher klar sieht, dann wird auch mit blinden Pferden das Ziel erreicht.“, sprach einst Johann Nepomuk Nestroy. Für die Zusammenarbeit zwischen Trainer und Mannschaft gilt meiner Meinung nach dieser Spruch auch, allerdings in seiner Negation. Wenn der Trainer kein Ziel vorgibt, wie soll die Mannschaft dieses erreichen? Möglicherweise hast Du Deiner Mannschaft intern ein klares Ziel definiert, vielleicht beinhaltet es ja einen 4 oder 6 Punkte-Plan, aber ganz ehrlich ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Dir immer irgendwie die Weitsicht und die Kompetenz fehlt.

Für mich bleibt auch dieses Mal wieder ein komischer Beigeschmack und ich werde auch nachher sagen, wir haben nicht dank sondern trotz Dir etwas gerissen in der EM-Quali.

Wiederbetätigung

In Österreich ist „nationalsozialistische Wiederbetätigung“ eine strafbare Handlung. Die Polizei ist aufgefordert – wie bei allen anderen Rechtswidrigkeiten auch – die Täter zu stellen und sie vor Gericht zu bringen. So weit die Theorie. Betrachtet man jüngere Ereignisse zu diesem Thema kommen einem Zweifel an der Ernsthaftigkeit dieses Vorhabens.

Wenn selbst ernannte Tierschützer zu mehr als zweifelhaften Maßnahmen greifen, kommen Vertreter der Staatsgewalt sehr schnell auf den sog. „Mafia-Paragraphen“ und gehen mit mehr als der gebotenen Härte gegen die Übeltäter vor. Wenn eine Webseite es schafft über mehrere Monate hinweg sich der Wiederbetätigung strafbar zu machen, stellt man fest der Server befinde sich im Ausland und man könne die Webseite nicht vom Netz nehmen. Was soll man da nur machen…

Die Wiederbetätigung scheint überhaupt eines der seltsamsten Kinder der österreichischen Justiz zu sein. Als aufgeschlossener Bürger hat man nicht den Eindruck, dass es die Behörden nicht besonders ernst meinen mit diesem Gesetz. Es bleibt leider oft der Eindruck bestehen, dass die Behörden nur deshalb aktiv werden „weil ma halt das blede Gsetz haben“. Mutiges und entschlossenes Vorgehen gegen Extreme rechts der Mitte scheint in Österreich insbesondere innerhalb der Polizei nicht erwünscht. Im Gegensatz zu den Deutschen haben wir uns nie als Schuldige gefühlt, deshalb scheint es auch für viele so schwer zu sein sich klar davon zu distanzieren. Deshalb bleibt bei allem was sich auf diesem Sektor tut wohl auch ein fader Beigeschmack. Aber es war ja eh alles nicht so schlimm, immerhin hatten wir damals eine „ordentliche Beschäftigungspolitik“.

Nein, hatten wir nicht, und ja es war so schlimm, wahrscheinlich noch schlimmer als man sich das heute auch nur an nähernd vorstellen kann. Liebe Justiz, bitte kommt endlich dieser wichtigen Aufgabe nach!

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